picoAC1-2026

Eine Neuauflage des picoAC1 im Jahr 2026

Was bisher geschah: Links zum picoAC1

Nachfolgend sind die wichtigsten Links zum picoAC1 aufgelistet:

Beschreibung zum picoAC1-2026

Im April 2026 wurden pünktlich zum KC-Treffen in Garitz die ersten Prototypen des picoAC1-2026 vorgestellt und weitere Leiterplatten an Interessenten zum Aufbau und Test verteilt. Bei dieser Neuauflage wurden alle bisher nachträglich zu verdrahtenden Erweiterungen der Firmware 1.4 (NMI-Taste, Zeichengenerator-Umschaltung im SCCH-Mode sowie acht schaltbare Monitorvarianten) in das Leiterplattenlayout übernommen. Zusätzlich wurden fehlende Verbindungen für den Anschluss von Leiterplatten aus dem AC1-2010-System ergänzt. Die Ansteuerung des verwendeten 128 KByte CMOS-RAM wurde erweitert, sodass nun nahezu alle Speicherbereiche genutzt werden können.

Der picoAC1-2026 ist abwärtskompatibel zum picoAC1. Alle Programme für den picoAC1 funktionieren weiterhin in vollem Umfang. Ziel der Erweiterung war es, den Komfort bei der Nutzung von SCCH-Programmen zu verbessern und Leiterplatten-Entwicklungen für den AC1-2010 verwenden zu können.

Die Firmware der beiden Raspberry Pi Pico (RP2040) ist identisch zum picoAC1. Sie ist auf codeberg.org zu finden. Für die Nutzung des vollen Funktionsumfangs wird empfohlen, beim picoVDU mindestens die Version 1.4.1 und beim picoIO mindestens die Version 1.4.4 einzusetzen.

Leiterplatte

Änderungen an Schaltplan und Leiterplatte

Gegenüber dem picoAC1 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
  • Die Adressleitungen A8 bis A15 wurden auf den 64-poligen Steckverbinder geführt.
  • Es stehen zwei MEMDI-Leitungen zur Verfügung, die sich kompatibel zum AC1-2010 verhalten.
  • Der NMI-Eingang der CPU wurde mit dem GPIO28 des picoIO verbunden. Dadurch kann mit der Tastenkombination Strg+ESC ein NMI-Impuls ausgelöst werden. Die Firmware des picoIO wurde angepasst und hat die Versionsnummer V1.4.4.
  • Der PIO-Port B3 kann über den Jumper J10 mit GPIO28 des picoVDU verbunden werden. Dadurch ist bei voreingestelltem SCCH-Zeichensatz eine Umschaltung zwischen SCCH- und ACC-Zeichensatz möglich (z. B. Strg-Z im SCCH-Monitor).
  • Zusätzlich zu den bisherigen vier Monitoren können nun vier weitere Monitore (Monitore 5 bis 8) ausgewählt werden. Die Umschaltung erfolgt über RStrg+AltGr+F1 bis F4. Dazu müssen beim Jumper J11 Pin 2 und Pin 3 gebrückt sein.
  • Die Dekodierung der Speicher- und I/O-Adressen erfolgt über zwei GAL16V8-Bausteine. Dadurch ist eine flexible Adressdekodierung möglich.
  • Ein 74HCT175-Latch auf der I/O-Adresse 0x16 ermöglicht das Einschalten des RAM-Monitors sowie die Umschaltung der RAM-Bänke.

Neue Funktionen

Neben den letzten Erweiterungen des picoAC1:
  • Softwaregesteuerte Umschaltung des Zeichensatzes SCCH ↔ ACC
  • Nutzung der NMI-Taste, z. B. zum Starten von Programmen (DVU21) oder als Break-Taste (BASIC6, AC1-Pascal)
  • Speicherung und Nutzung von bis zu acht Monitoren im EPROM
sind folgende neue Funktionen umgesetzt:
  • Nutzung der Modul1-Leiterplatte am picoAC1-2026
  • Anschluss des AC1-2010-Bus-Analysators mit Schrittbetrieb zur Fehlersuche
  • Verwendung von zwei Speicherbänken im Adressbereich 0x2000 bis 0xFFFF
  • Implementierung der Funktion “Durchschreiben” durch den Monitor-EPROM in den darunterliegenden RAM
  • Möglichkeit, einen Monitor direkt aus dem RAM auszuführen

Grafiktaste für SCCH-Monitore

Die Grafiktaste für die SCCH-Monitore muss weiterhin extern beschaltet werden. Dazu ist PIO B2 mit einem 10-kΩ-Pullup-Widerstand nach 5P und mit einem Schalter nach GND zu verbinden. In dem hier beigefügten SCCH-Monitor 10/88 ist die Grafiktaste deaktiviert.

Änderungen am Monitor 10/88

Zur Unterstützung der neuen Funktionen wurde der Monitor 10/88 erweitert. Die Monitorkommandos 0 und 1 wurden ergänzt, das Kommando Y wurde modifiziert. Die Grafiktaste wurde deaktiviert.

Speicherbank-Umschaltung

Mit den Kommandos 0 und 1 kann zwischen zwei Speicherbänken im Adressbereich 0x2000 bis 0xFFFF umgeschaltet werden. Zur Bestätigung erscheint die Meldung Bank:0 bzw. Bank:1. Dadurch können unterschiedliche Programme in getrennten Speicherbänken abgelegt und abwechselnd genutzt werden.

Start eines RAM-Monitors

Mit dem Kommando: Y aaaa kann ein RAM-Monitor gestartet werden. Der 4 KByte Monitor muss zuvor an die Adresse aaaa in den RAM geladen werden. Der Y-Befehl kopiert die 4 KByte nach Adresse 0x0000, blendet den vorhandenen Monitor-EPROM aus und startet danach den RAM-Monitor ab Adresse 0x0000. Die Funktion “Durchschreiben” durch den Monitor-EPROM kann z. B. mit dem Programm Check-CPM-Umgebung getestet werden.

Hardware:

Software:

EPROM-Binary mit acht Monitoren

Nachfolgend ist ein Vorschlag für ein EPROM-Image mit acht Monitoren angegeben. Dies ist nur als Anregung zu verstehen und kann nach eigenen Wünschen und Erfordernissen angepasst werden. Im Monitor-Baukasten sind alle dafür erforderlichen Dateien enthalten. Die Monitore 1 und 5 sind identisch.
  • Monitor 1: picoAC1-Monitor
  • Monitor 2: AC1-Monitor V3.1 - mit MiniBasic
  • Monitor 3: Monitor 10/88 - mit Grafiktaste
  • Monitor 4: Monitor 11 - mit Grafiktaste
  • Monitor 5: picoAC1-Monitor
  • Monitor 6: AC1-Monitor V3.1 - mit DiskMonitor
  • Monitor 7: Monitor 10/88 - ohne Grafiktaste
  • Monitor 8: Monitor 11 - ohne Grafiktaste

Links:

Aufbauhinweise



Frank Heyder hat eine Aufbauanleitung geschrieben.

Für den RAM und den EPROM sollten Exemplare mit geringer Zugriffszeit eingesetzt werden, damit der picoAC1-2026 auch mit 12 MHz CPU-Takt betrieben werden kann. Der EPROM 27C512 kann durch einen EEPROM Winbond W27C512 ersetzt werden.

Für die GALs können GAL16V8 von Lattice (und dazu kompatible wie z.B. von SGS-Thompson) oder ATF16V8 von Microchip verwendet werden. Letztere haben den Vorteil, dass sie zur Zeit als Neuware bei R. vorrätig sind und die Stromaufnahme deutlich geringer ist. Der Nachteil ist, dass sie sich nicht mit allen Programmiergeräten aus Fernost programmieren lassen.
Zum Schluss ganz herzlichen Dank an das Team. Es hat eine Prototyp-Leiterplatte und eine kleine finale Serie mit insgesamt zehn aufgebauten picoAC1-2026 gegeben, Videokonferenzen, Fehlersuche, Korrekturen und viele Mails.

Viel Erfolg beim Aufbau und bei der Inbetriebnahme wünschen im Namen aller Mitwirkenden Klaus-Peter Hammerschmidt, Frank Heyder, Gerd Staffen und Frieder Tonn

Stand: 23.7.2026